Wohnen und
Gesundheit
EINLEITUNG
Seit etwa 30
Jahren klagen Menschen in unseren Breitengraden zunehmend
über Gesundheitsstörungen, deren Ursachen sie dem
Wohnumfeld zuschreiben. Bereits vorher begann sich eine
beeindruckende Veränderung in der Baupraxis
abzuzeichnen. Zum einen wurden die Bauhüllen, um
Energie zu sparen, immer dichter, zum andern kamen immer
häufiger neue und zum Teil noch unbekannte Baustoffe
bzw. Bauverfahren zur Anwendung. In den abgeschlossenen
Räumen konnten sich, besonders in den Wintermonaten,
gefährliche Stoffe aus dem Bau, aber auch aus
Einrichtungen oder von Reinigungs- und Hobbyarbeiten
ansammeln und die Raumluft belasten. Gut bekannt sind das
heute verbotene Asbest, Formaldehyd und andere
Lösemittel, (Zigaretten-)Rauch, Holzschutzmittel und
Pestizide.
Zusätzlich hat sich der Lebensstil
gewandelt. Fast 90% seines Lebens verbringt der moderne
Mensch in Innenräumen. Um leistungsfähig,
ausgeglichen, gesund und zufrieden zu sein und zu bleiben,
braucht er Räume, in denen er sich wohl fühlt.
Gesundheit und Wohlbefinden sind eng miteinander
verknüpft.
Um beides zu gewährleisten, sind im
Wohnraum viele Faktoren zu beachten:
thermische Behaglichkeit, Gerüche, Lärm, Licht,
Einrichtungen, Formen und Farben. Natürlich ist im
Innenraum auch unser eigenes Verhalten ein wichtiger Faktor.
Psychische Stabilität, gute Beziehungen und
Fürsorge können manche bauliche Fehlplanung
überbrücken und die Wirkung von Schadstoffen
abschwächen. Unfälle im Wohnumfeld lassen sich
durch entsprechendes Verhalten und geeignete Maßnahmen
bei der Wohnungseinrichtung vorbeugend reduzieren.
Von allen negativen Faktoren, die unser
Wohlbefinden in den Wohnungen beeinflussen, werden im
Folgenden herausgegriffen: biologische und chemische
Verunreinigungen, für den Wohnraum typische Allergien,
“Elektrosmog" und Radon. Sie werden zunehmend zu einem
volkswirtschaftlich nicht zu vernachlässigenden
Kostenfaktor. Allerdings sind die Verknüpfungen
zwischen Wohnen, Arbeit und Aufenthalt im Außenraum so
eng, vielfältig und zum Teil auch (noch) nicht bekannt,
so dass nur grobe Schätzungen über die Kosten
gemacht werden können. Belegbar sind lediglich
Einzelschäden, z.B. Kosten, die durch
Sanierungsarbeiten bei Asbest oder PCB (polychlorierte
Biphenyle) anfallen oder Behandlungskosten von Patientinnen,
bei denen eine Schädigung durch Wohngifte nachgewiesen
werden konnte. 1997 machten Fisk und Rosenfeld in den USA
erste Abschätzungen zum Einfluss von
Innenraumbedingungen auf Produktivität und Gesundheit.
Die Berechnungen zeigten, dass Maßnahmen zur
Verbesserung des Innenraumklimas an nicht industriellen
Arbeitsplätzen finanziell 18- bis 47mal mehr einbringen
als sie kosten. 1999 errechnete Seppänen für
Finnland, dass die Kosten für Schäden (Allergien,
Krebs, Abnahme der Produktivität u.a.) bedingt durch
schlechtes Raumklima, inkl. Feuchtigkeitsschäden, dem
Aufwand für die Gebäudeheizung entsprechen -
insgesamt rund drei Milliarden Euro pro Jahr.
In den vergangenen Jahren wurden
Ärztinnen immer häufiger mit für die
Wohnraumproblematik typischen Anamnesen konfrontiert. Um
Abklärungen und Diagnosestellung zu erleichtern, wurde
diese Broschüre erstellt. Sie behandelt im ersten Teil
praktische Aspekte zu Abklärung, Diagnose,
Situationsverbesserung und Vorbeugung von
Innnenraumbelastungen. Im zweiten Teil werden der derzeitige
Wissensstand von Umwelt-Psychosomatik und fünf
verschiedene umweltmedizinisch relevante Belastungen des
Wohnumfeldes dargestellt.
LITERATUR:
FISK W, ROSENFELD A (1997): Estimates of improved
productivity and health from better indoor environments.
Indoor Air 7:158-172.
FISK W (2000): Review of health and productivity gains from
better indoor environmental quality (IEQ). Proceedings of
Healthy Buildings 2000 (Espoo, Finnland), Vol. 4:23-34.
SEPPÄNEN 0 (1999): Estimated cost of indoor climate in
Finnish building, Proceedings of Indoor Air 1999, Vol.
4:13-18.
INHALT
Impressum
Inhalt
Vorwort der AGU / Vorwort der WUA
Einleitung
DIAGNOSESTELLUNG
UMWELT-PSYCHOSOMATIK
ALLERGIEN UND ALLERGENE IM INNENRAUM
MIKROBIELLE VERUNREINIGUNGEN
CHEMISCHE VERUNREINIGUNGEN
ELEKTROMAGNETISCHE FELDER IM WOHNBEREICH
RADON
TIPPS UND MASSNAHMEN
ANHANG
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