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Forum 1/2002

Presseerklärung zur umweltmedizinischen Tagung
9. - 11. November 2001 in Würzburg

Auf einer gemeinsamen Tagung der drei umweltmedizinischen Verbände, Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner e.V. (dbu), Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (IGUMED) und Ökologischer Ärztebund e.V. (ÖÄB) diskutierten rund 100 Umweltmediziner neueste wissenschaftliche Daten zur Beurteilung der Risiken durch polychlorierte Biphenyle (PCB), elektrische und elektro-magnetische Feldern, sowie dem Umgang mit neuen Medien.
Die PCBs zählen zu den Chemikalien, die international als besonders gefährlich eingestuft werden und weltweit verboten sind. Öffentliche Gebäude, insbesondere Schulen weisen teilweise hohe PCB-Belastungen auf. Jüngste Erkenntnisse machen es erforderlich, die tägliche Belastung über die Atemluft von 300 auf unter 100 ng/cbm zu senken, da die derzeitig akzeptierte tägliche Aufnahmemenge bereits durch die Belastung der Nahrungsmittel in der Regel ausgeschöpft wird. Sollte sich die hochaktuelle Mitteilung bestätigen, dass die amerikanische Umweltbehörde (EPA) PCB als krebsauslösend für den Menschen einstufen wird, wäre sogar ein Nullwert zu fordern. Dieser muß bereits jetzt für diejenigen Personen Gültigkeit haben, die eine besonders hohe Empfindlichkeit gegenüber dieser Substanzgruppe aufweisen.
Politische Entscheidungsgremien haben in der Einschätzung der Risiken elektrischer und elektro-magnetischer Feldern bislang nur die thermischen Effekte berücksichtigt. Unter Beachtung der bereits nachgewiesenen nicht thermischen Wirkung müssen die derzeit gültigen Grenzwerte frequenz-unabhängig bis zu einem Faktor von 100.000 gesenkt werden. Die versammelten Umweltmediziner forderten von einer unabhängigen Kommission überwachte und unabhängig finanzierte Studien zur Überprüfung der Belastung der Bevölkerung insbesondere durch Mobilfunksendeanlagen.
Weiteres Thema war die Kommunikationsökologie, ein in der Öffentlichkeit nur wenig bekannter umweltmedizinischer Problembereich. Es bestand Übereinstimmung darin, dass neben den sicherlich bestehenden Chancen der Neuen Medien wie PC und Internet die gesellschaftlichen Risiken dieser Entwicklung mehr Berücksichtigung finden müssen. Da insbesondere Kinder betroffen sind, forderten die anwesenden Kinderärzte und Lehrer ein pädagogisches Gesamtkonzept zur kindlichen Medienkompetenz - ohne Einflussnahme der Anbieter dieser Technologien.

Weitere Informationen:
Dr. med. Peter Ohnsorge, Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner (dbu)
Tel. 0931/57 31 33, Fax: 0931/57 31 31,
dbu@dbu-online.de